Newsletter 02/2017 14.06.2017

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

 

Vorab haben wir die traurige Nachricht, dass unser Kollege Wolfgang Hartwig verstorben ist. Mit ihm verlieren wir einen sehr geschätzten und liebenswerten Kollegen. Wolfgang Hartwig gehörte neben dem früheren VDS-Ehrenpräsidenten Micky Weise zu den herausragenden Vertretern unseres Berufes. Seine Beisetzung erfolgt am 23. Juni um 11 Uhr auf dem Friedhof Pankow 3, Am Bürgerpark 24, 13156 Berlin.

 

Das diesjährige Sommerfest findet am Mittwoch, 19.07.2017, ab 18 Uhr beim Berliner Fußballverband, Am Kleinen Wannsee 14, 14109 Berlin, statt.

 

Die Anmeldungen nimmt bis zum 12.07. unser Schatzmeister, Lutz Grotehusmann, entgegen. Sie erreichen ihn per Mail (lutz.grotehusmann@t-online.de ) oder per Telefon  unter 0171 468 86 16.

Für den Bericht zur Sommerfahrt ein herzlicher Dank an den Kollegen Manne Hönel !!

 

SOMMERFAHRT 2017

Berlin-Brandeburger Sportjournalisten auf Luthers Spuren

Mehr Kultur geht nicht! VdSBB-Ehrenmitglied Jürgen Holz lockte insgesamt 32 Kolleginnen und Kollegen in einen Komfort-Bus zur Fahrt nach Sachsen-Anhalt. Unser Ziel: Die Lutherstadt Wittenberg und der Wörlitzer Park. Ein bisschen Ehrfurcht flößte es wohl jedem von uns ein, als wir vor der schwarzen Tür der Schlosskirche standen. Luthers 95 in lateinischer Schrift verfasste Thesen sind dort nachzulesen. Natürlich ist die heutige Tür längst nicht mehr das Original - dennoch beeindruckend. Mit der Altstadtbahn zuckelten wir an vier von der UNESCO geschützten „Denkmälern“ mit nachhaltigen Erklärungen vorbei. Schlosskirche, Stadtkirche, hier hielt Luther 2000 (!) Predigten, Lutherhaus und Melanchthonhaus. Wittenberg kann sogar noch ein fünftes Weltkulturerbe vorweisen. Es handelt sich dabei um das Biossphärenreservat Mittlere Elbe, das wir allerdings nur vom Bus aus betrachten konnten. Da wir als aktive oder ehemalige Sportjournalisten unterwegs waren, dürfte auch die Sportstadt Wittenberg interessant gewesen sein. Es gibt nur wenige Städte in Deutschland, aus deren Gemäuer gleich zwei Straßenradweltmeister hervorgingen. So gewann Uwe Raab 1984 die WM der Amateure in der Schweiz und 2008 hechelte Bert Grabsch bei den Profis zum Regenbogentrikot im Contre le Montre, dem Kampf gegen die Uhr. Berts älterer Bruder Ralf Grabsch (44) ist heute Straßenrad-Bundestrainer. Die drei Männer brachten es zu insgesamt 14 Starts (Raab 7. B. Grabsch 4 und R. Grabsch 3) bei der Tour de France. Dazu gewannen Uwe Raab (7) und Ralf Grabsch (2) Friedensfahrt-Etappen. Jedes Jahr wird im Mai am Luther-Denkmal das Radkriterium um den „Generali-Cup“ gestartet. In diesem Jahr schickte Jan Ullrich das Feld auf die 2,1 km lange Altstadt-Schleife. Sieger wurde Pascal Ackermann (Team Bora-hansgrohe). Genau auf dieser Strecke durch die Altstadt bummelten wir den einen Kilometer langen Kopfsteinpflaster-Weg vom Schlossplatz zur Rotunde, um das monumentale Gemälde aus der Zeit Martin Luthers zu bestaunen. Der Maler Ydegar Asisi hatte 2003 das gewaltige Kunstwerk mit 20 Helfern geschaffen.

Nach dem Besuch der Rotunde brummten wir zum 17 Kilometer entfernten Wörlitzer Park. Die meisten Reiseteilnehmer waren seit 6 Uhr auf den Beinen, da ist es sicher verständlich, wenn um 14 Uhr die Kohlroulade im „Gondoliere“ zunächst mehr zog als das früh-klassizistische Schloss von Erdmannsdorff. Gestärkt bekamen wir das beeindruckende Bauwerk bei einer ruhigen Gondelfahrt auch noch zu sehen. Auf die Tour in die Lutherstadt und in den wunderschönen Park von Wörlitz musste auch der schwer sehbehinderte Kollege Wolfgang Schilhaneck, er wird im nächsten Monat 88, nicht verzichten. Kollegin Regina Hoffmann-Schon holte Wolfgang aus seiner Senioren-Residenz ab, betreute ihn den ganzen Tag und begleitete ihn nach unserer erlebnis- und lehrreichen Fahrt auch wieder nach Hause.

 

 

VdSBB – Was wollen, was können wir? (Hanns Ostermann u.a.)

1. Bestandsaufnahme

2. Spezielle Situation in Berlin-Brandenburg

3. Mein „Glaubensbekenntnis“/Position heute

4. Der Blick zurück auf ca. 25 Jahre Vorstandsarbeit

5. Was wollen/können wir leisten?

6. Fazit

 

Bestandsaufnahme

Einerseits nehmen in allen Bereichen (Mitglieder-Versammlungen, Sommerfahrt, Sommerfest, Jour Fixe, Skat, Weihnachtsfeier) die Teilnehmerzahlen ab. Und wir im Vorstand stoßen an unsere Belastungsgrenze.

Außerdem erreichen wir nicht so viele aktive Kolleg*innen wie in München oder Frankfurt a.M. Der VdSBB ist statistisch gesehen im Vergleich zu anderen ein relativ „alter“ Verband (Statistik des Dachverbandes, Ute Maag 2015/16).

Andererseits staune und freue ich mich, dass immer wieder einmal ziemlich junge Kollegen im Rahmen ihrer beruflichen und privaten Situation Verantwortung übernehmen (wollen).

Und: Rund um das Goldene Band entwickeln sich Perspektiven, die viele nie für möglich gehalten hätten.

Also: Es finden zig Entwicklungen parallel statt!!! Hier den Überblick zu behalten, fällt schwer.

 

Spezielle Situation in Berlin-Brandenburg

Ja, wir spüren bei den Älteren immer noch Ressentiments auf b e i d e n Seiten. Homogen ist unser Klientel aufgrund der unterschiedlichen Biografien nicht. Kann sie auch nicht sein – und das sollten wir gerade in diesen turbulenten Zeiten auch als Chance begreifen. Die einst regelmäßig kommenden Kolleg*innen (wir waren einmal fast 50 Teilnehmer bei Veranstaltungen!) werden älter/kränker. Und die Hauptstadt ist in jeder Beziehung ein ganz besonderes Pflaster. Außerdem spürt jeder die Auswirkungen der Digitalisierung/Globalisierung: Das Tempo wird ü b e r al l angezogen.

 

Mein persönliches „Glaubensbekenntnis“

Ich stehe zu dem, was ich vor x Jahren bei meiner „Antrittsrede“ gesagt habe: Wir sind Dienstleister und bieten unseren Mitgliedern einen bunten Blumenstrauß an, egal, welche „einzelne Blume“ sie da herausziehen. Mir liegt ebenso an berufsständischen oder sportpolitischen Fragen wie an geselligen Veranstaltungen. Und auch der Kontakt zu Älteren sollte nicht abreißen. Die Frage ist nur, wie wir was gewichten, denn unsere „Kraft“ ist endlich.

 

Der Blick zurück auf ca. 25 Jahre Vorstandsarbeit

Den schenke ich mir, weil er die Jüngeren langweilt. Allerdings sollten auch sie wissen, Geschichte(n) wiederholt(en) sich.

 

Was wollen/können wir leisten?

Für meinen Teil habe ich das oben genannt. Dazu gehörte in der Vergangenheit, z.B. das Internet immer wieder einmal zu modernisieren. Das kostet inzwischen Geld. Zu überlegen ist: Wo müssen/sollten wir Geld in die Hand nehmen? Wo bitten wir Kolleg*innen um Unterstützung, wenn wir Aufgaben nicht schaffen? Wie erweitern wir unser Netzwerk?

 

Wie modern müssen und sollten wir sein?

Außendarstellung:

5.1 Ein Newsletter könnte regelmäßiger, also in kürzeren Abständen über Ereignisse in unserem Verband informieren.

5.2 Um Jüngere zu erreichen, könnten sie monatlich über Facebook angesprochen werden.

Inhalte:

5.3 Mit wem gemeinsam organisieren wir welche (journalistischen) Weiterbildungsangebote? Es müssen ja nicht immer nur große Runden sein! Auch ein „Salon“ könnte seinen Reiz haben. Insgesamt: Der Blick auf die journalistische Arbeitssituation der Kolleg*innen kommt derzeit zu kurz.

5.4 Gute Geschichten zu refinanzieren, kostet Geld. Können/wollen wir uns das leisten? Bislang läuft unser Stipendium noch nicht gut. Woran liegt das?

5.5 Welche thematischen Partner hatten wir bislang noch nicht auf dem Schirm? Der Besuch des Olympiastadions mit Historiker Gerd Steins im vergangenen Jahr hat selbst regelmäßigen Besuchern der Arena die Augen geöffnet, was Nazi-Bauwerke betrifft.

5.6 Wie sinnvoll sind die zwei Mitglieder-Versammlungen pro Jahr am Vormittag? Wie wäre es, sie auf den frühen Montag Abend zu verlegen und sie ev.entuell mit einem Gast zu ergänzen?

Fazit

Derzeit ist nichts in Stein gemeißelt. Wir sind in einem Diskussionsprozess, der auch die Vorstandsarbeit beschäftigen wird. Letztlich gilt es, die Weichen für die nächsten zwei bis vier Jahre zu stellen. Dafür brauchen wir, als Ihre Dienstleister, auch Ihre Anregungen und Tipps. Schreiben Sie mir.

 

Danke fürs Lesen und eine gute Zeit wünscht

 

Hanns Ostermann