Wenn Helmut Gerhardt am Schaltpult der DFF-Sportsendungen saß, dann war der DDR-Sport-Fan bestens informiert. Jetzt schaut der gebürtige Geraer vom Himmel auf die deutsche Sportszene. Mit 93 Jahren ist Helmut am 11.Februar 2026 verstorben. Den ehemaligen DDR-Sportanhängern wird er in Erinnerung bleiben. Der Thüringer startete bereits mit 19 Jahren seine Karriere als Sportjournalist. Gemeinsam mit Gerhard Graban startete Helmut bei der Jungen Welt die erste DDR-Sportler-Umfrage 1953. Täve Schur wählten damals die Fans zum ersten „DDR-Sportler des Jahres“. Nach Gerhardts Wechsel zum DDR-Fernsehen flimmerte bei den Sportsendungen kaum noch ein Bild über die Mattscheiben, bei denen nicht Helmut Gerhardt als Macher dahinter steckte.
Seine Stärken waren nicht die großen Live-Kommentierungen, trotzdem flimmerte ohne den Geraer kaum ein Bild aus der Welt des Sports über die DDR-Fernsehapparate und jenen in Westberlin und den östlichen Randgebieten der Bundesrepublik. Helmut schob die Bilder der Fußball-Oberliga ebenso über die Mattscheibe wie die Aufnahmen von den Olympischen Spielen in Tokio, Mexiko, München und Montreal. In Moskau fungierte der TV-Macher sogar als Chef der Sender aus allen damaligen sozialistischen Ländern. Nach der Wende half Helmut Gerhardt den jungen Frauen und Männern des ORB auf die Sprünge. Natürlich unterstützte er auch seinen Sohn Jens auf dem Weg zu einem erfolgreichen Regisseur bei Sportsendungen im RBB. Mit Ehefrau Rosemarie beging Helmut längst die eiserne Hochzeit. Obwohl er durch einen Schlaganfall linksseitig leicht behindert war, bewegte er sich so gut es ging. Wegen seiner Erkrankung musste Helmut leider auch seine Funktion als Kassenwart des Sportjournalistenverbandes Berlin/Brandenburg abgeben.
Am 23. März können nun um 11 Uhr auf dem Friedhof in Alt-Stralau Angehörige und Freunde Abschied von Helmut Gerhardt nehmen.
Text: Manfred Hönel
